Andi Orgler verunglückt

Andreas Orgler in Australien tödlich verunglückt

Quelle: ORF

Der bekannte Tiroler Alpinist und Drachenflieger Andreas Orgler ist bei einem Drachenflug-Wettbewerb in Australien tödlich abgestürzt. Nach ersten Informationen ist das Gestänge des Flugdrachens gebrochen. Am 4. Jänner, am frühen Nachmittag Ortszeit, stürzte Orgler mit seinem Drachen zu Boden und war auf der Stelle tot, bestätigte die Österreichische Botschaft in Australien am Freitag.
Andreas Orgler wurde als Eis- und Felskletterer bekannt, hat sich aber seit einigen Jahren dem Drachenflug-Sport verschrieben.
Mit Andreas Orgler ist ein Sportler ums Leben gekommen, der auch international höchste Anerkennung gefunden hat. 1996 wurde Andreas Orgler der Goldenen Eispickel, eine selten vergebene Auszeichnung einer französischen Elite Bergsteigervereinigung, verliehen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Tiroler 250 Erstbegehungen im Fels und rund 70 Erstbesteigungen im Eis geschafft.
Andreas Orgler hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.


ANDREAS ORGLER aus Innsbruck, Österreich: "Der Bohrhaken ist eine Möglichkeit, Verzicht eine andere." Der Architekt und staatlich geprüfte Berg- und Schiführer hat weltweit ca. 250 Erstbegehungen im Fels, ca. 70 Erstbegehungen an Eisfällen, ca. 50 Soloerstbegehungen und ca. 20 Schierstbefahrungen durchgeführt. Seit 1989 gibt er seine Erfahrungen als Ausbildner in der österreichischen Berg- und Schiführerausbildung weiter. 1995 wurde Orgler - Mitglied der Innsbrucker alpinen Gesellschaft "Gipfelstürmer" -  mit dem exklusiven Grand Prix "Piolet d´Or" der GHM asgezeichnet.

Stubaier Alpen
1980 Riepenwand "Riepenpfeiler" 1. Begehung VII A3 Solo
1982 Ilm Spitze "United Artists" 1. Begehung VII
1982 Obernberger Tribulaun "Der Himmel kann warten" 1. Begehung VII+
1983 Schlicker Seespitz Ostsporn "Göttlicher Wahnsinn" 1. Begehung VII+ Solo
1983 Obernberger Tribulaun "Grauen-Gruseln-Gänsehaut" 1. Begehung VII+
1983 Pferscher Tribulaun "Rainer-Eberharter" 1. Begehung VI+ Solo
1983 Ilm Spitze "Miss Pinnis" 1. Begehung VII+
1984 BB-Turm "Dach" 1.  Rotpunktbegehung IX
1984 Tintenstrich "N-Wand" 1. Begehung IX
1990 Ilm Spitze "Chaos" 1. Begehung VIII

Karwendel
1981 Speckkarspitze "Born to be wild" 1.Begehung VIII
1982 Lafatscher "Der letzte Mohikaner" 1.Begehung VII+
1983 Speckkarspitze "Wunderland" 1.Begehung VIII-

Karakorum
1985 Masherbrum 7.825 m "NW-Wand" 1. Begehung VI- 3500 m Wandhöhe Eis bis 80°, 5 Tage

Alaska
1987 Mt. Bradley Ostsporn 1.600 m 1. Bergbesteigung VI, 1 Tag
1988 Mt. Barrill Ostwand 900m 1. Begehung VII A3, 3 Tage
1998 Mt. Dickey "Wine Bottle" 1.600 m 1. Begehung VII+ A3+, 6 Tage
1994 Eyetooth "Dream" 1.200 m 1. Begehung VII-, 2 Tage
1994 Sugartooth Nordwand 600m 1. Begehung VII A2, 2 Tage
1995 Huttower "Men’s world" 500 m 1. Begehung VIII A1, 1 Tag; 5 Erstbegehungen bis 900 m VII
1995 Mt. Bradley "Pearl" 1500 m 1. Begehung VIII- A3, 3 Tage

Eis
1985 Pinnistal "Männer ohne Nerven" 1.Begehung 5+
1988 Seespitzriss 1. Begehung VI, 6
1988 Hängende Gärten 1. Begehung 6-
1988 Evening Wall, Schottland 1. Begehung 6
1989 Gran Scozzese in Val Daone 1. Begehung 6+
1991 Land am Strome 1. Begehung 6+
1991 Metamorphose 1. Begehung 7
1992 Himmelsleiter 1. Begehung VII, 7
1992 Chateaux Surpris in Val Cenis 1. Begehung 6+
1997 Komet 1. Begehung 8-
1998 Rotzglocke in Lüsens 1. Begehung 7/A1
1990 Weaping Pillar, Canada Solo 6, 350 m

Schierstbefahrungen
1982 Gr. Ochsenwand, 58°; Seespitz Ostsporn 62°
1983 Ortler Nordwand, 1.200 m, 62°
1986 Großglockner Mayerlrinne 600 m, 65°




 


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