Filmfest St. Anton




Quelle: Text und Bild von Filmfest St. Anton

Das 15. Filmfest St. Anton ist international wie noch nie. Die Filme kommen in diesem Jahr aus den USA, Großbritannien, Italien, der Schweiz, Slowenien, Kanada, Australien, Deutschland und Österreich. Bemerkenswerter noch ist der Umstand, dass die Veranstaltung mehr und mehr zu einer Leistungsschau des österreichischen Berg- und Abenteuerfilms wird.

Mit zehn Premieren werden mehr denn je neue Filme in St. Anton vorgestellt, und ein großer Teil davon kommt aus Österreich. Dean Potter, Beat Kammerlander, Markus Bendler, Gerhard Baur und viele weitere Größen des Bergsports werden von 25. bis 29. August 2009 als Live-Gäste in St. Anton erwartet.

Mit gleich drei neuen Werken kommt in der letzten Augustwoche einer der großen Dokumentaristen des Sport- und Abenteuerfilms nach St. Anton, der Kärntner Gerald Salmina. Eröffnungsfilm ist das „Making Of“ zur großen Spieldokumentation "Mount St. Elias".

Salmina hat in Alaska einen Skifilm mit bisher nicht gekanntem Aufwand gedreht, der im Herbst in die Kinos kommen wird. Thema ist die erstmalige Skibefahrung des Mount St. Elias, des zweithöchsten Berges der USA. Die extrem steile und ständigem klimatischem Wechsel ausgesetzte Abfahrt reicht vom 5489 Meter hohen Gipfel bis zum Meer, zum Golf von Alaska, und ist damit die längste Skiabfahrt der Welt.

Die bis zu 60 Grad steile Strecke wurde im Zuge der Filmarbeiten vom Kitzbühler Axel Naglich, von Peter Ressmann und dem Amerikaner Jon Johnston erstmals mit Ski befahren. Die ersten atemberaubenden Bilder von dem mehr als gefährlichen Abenteuer und den schwierigen Dreharbeiten werden in St. Anton gezeigt.

Salminas andere beiden Premierenfilme setzen Vorarlbergs Klettelegende Beat Kammerlander ins Bild ("Abenteuer Klettern") und handeln, erzählt an Hand der inzwischen bis zum 11. Schwierigkeitsgrad reichenden Kletterrouten in den Lienzer Dolomiten, "Von der Sehnsucht, der Erste zu sein".

Viele der in St. Anton gezeigten Filme führen in die weite Welt: So sind etwa die Umrundung der Vereinigten Staaten mit Kajak und Mountainbike, Höhlen-Klettern in Slowenien, Big-Wall-Klettern in Patagonien oder Telemarken in Australien Thema in Filmen.

Ein Schwerpunkt beim Filmfest St. Anton ist dem großen deutschen Bergfilmer Gerhard Baur gewidmet, der mit schon bekannten wie auch mit neueren Werken nach St. Anton kommen wird und der als der meist ausgezeichnete Bergfilmer überhaupt gilt.

In einem neuen Kurzfilm von Hannes Mair werden die beiden Tiroler Spitzenkletterer Much Mayr und Hansjörg Auer beim Klettern im Oman, in der Wüste zu sehen sein. Ebenfalls Premiere hat ein Film, in dem sich der Radrennfahrer Gerrit Glomser und der Gleitschirmflieger Mike Küng in der heimischen Gebirgswelt auf ungewöhnliche Weise weiter bewegen.

Zu Fuß geht’s den Berg hinauf, mit dem Tandem-Gleitschirm hinunter und mit dem Tandem-Rad wieder hinauf. Die Schönheit von Österreichs Bergwelt findet seinen eindrucksvollen Ausdruck in Premierenfilmen der Filmfest St. Anton Preisträger Harry Putz (über die Freuden des Freeridens) und Christoph Wachter (über das Karwendel).

Ebenfalls Premiere hat ein einfühlsames Porträt über den Tiroler Eiskletterweltmeister Markus Bendler, ein anderes Werk handelt von den Abenteuern der internationalen Szenegröße Dean Potter, der für die Präsentation eigens aus den USA anreisen wird, und der durch seine Begehungen am El Capitan, am Cerro Torre, durch die seilfreie Begehung der Eiger Nordwand wie durch seine Balancierabenteuer auf der "Slackline" weit über die Kletterszene hinaus bekannt geworden ist.

Auch die leisen Töne finden beim Filmfest St. Anton Gehör. So handelt ein Film über den Wiener Josef Kyselak und seine in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts absolvierten Alpenwanderungen, und als filmhistorisches Gustostückerl wird der überhaupt erste Expeditionsfilm, der je gedreht wurde, gezeigt: "Karakorum 1909".

Wie auch in den letzten Jahren findet als Rahmenprogramm zum Filmfest eine hochkarätige Fotoausstellung statt. In großformatigen Schwarzweiß-Bildern setzt sich der Tiroler Fotograf Günther Thöni mit "Alpinen Zeichen" auseinander, mit den vom Menschen in der Gebirgslandschaft hinterlassenen kulturellen Spuren.

Zum ersten Mal werden als Rahmenprogramm zum Filmfest im neuen Kletterzentrum arl.rock Kletterworkshops mit den Szenegrößen und Kletter-Weltmeistern angeboten: mit Beat Kammerlander, Angela Eiter, Bernd Zangerl und Markus Bendler.  Informationen hierzu unter:  www.arlrock.at  .
 
Mit dem ÖBB-Event-Ticket kommt man wieder besonders günstig zum Filmfest St. Anton, bei dem St. Antons Mooserwirt wieder großzügig bewirtet.

Weitere Infos und Tickets unter: http://www.filmfest-stanton.at


15. Filmfest St. Anton - Preisverleihung am Abschlussabend, Sa. 29.8.2009




Von links: Eva Steinlechner (Arlberger Bergbahnen), Helmut Sommer (Schnitt), Gerald Salmina (Regie und Produktion), Darsteller Beat Kammerlander, Günther Göberl (Regie und Kamera).

In St. Anton ging am Samstag, den 29.8. das Filmfest mit der Verleihung des Preises zu Ende.

Der von den Arlberger Bergbahnen verliehene Preis des Filmfest St. Anton in der Höhe von 2.600,- Euro wurde zu gleichen Teilen an Gerald Salmina / Günther Göberl für ihren Film "Beat Kammerlander.

Ein Leben in der Vertikalen" (Österreich 2009) sowie an Peter Mortimer für den Film "The Sharp End" (USA 2008) verliehen.

In ihrem Film "Beat Kammerlander. Ein Leben in der Vertikalen" - im Filmfest Programm unter dem Arbeitstitel: "Abenteuer Klettern" angekündigt - porträtieren Gerald Salmina und Günther Göberl den Vorarlberger Ausnahmekletterer Beat Kammerlander, der seit 30 Jahren zu den besten Kletterern der Welt zählt und die Entwicklung des Sportkletterns im Gebirge maßgeblich mit beeinflusst hat. Kammerlanders Kletterkunst wird im Fels an der Bürser Platte und im Eis an der Mammutwand im Dachsteingebiet dargestellt, wo Kammerlander im Jänner 2009 eine Erstbegehung gelang. Insbesondere die Aufnahmen am Dachstein setzen durch den Einsatz neuer Aufnahmetechniken neue Maßstäbe. So wurde in der Wand auf einem Podest ein Kamerakran montiert, der den Kletterer mit der Kamera umkreist, was zu atemberaubenden Bildern von Kammerlanders Tanz in der Senkrechten, 180 Meter über den Boden, führt.

Peter Mortimers Film "The Sharp End" handelt von einer Reise durch die Kletterwelt, und dafür reiste das Filmteam rund um den Erdball. An den Hauptschauplätzen des Kletterns wie im Yosemite, in Chamonix, im Karakorum oder in Patagonien filmte Mortimer Größen der Kletterszene bei ihren Abenteuern und hielt ihre Reflexionen darüber fest. Der Titel "The Sharp End" ist eine Metapher für das "scharfe Ende", für den Vorstieg, für das unsichere Ende am Seil. Unter dieser Perspektive berichtet der Film über die Eroberung des Neuen beim Klettern, über die Überschreitung bisher bekannter Grenzen. Außergewöhnliche Aufnahmen von einer Weltreise in der Sache des extremen Kletterns, das außergewöhnliche Können der Protagonisten und ihr unbedingter Einsatz, das Grenzgängerische ihres Tuns und die Coolness in ihrer Einstellung machen den Film zu einem Kultfilm für die Kletterszene.


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