Die Chamer Hütte vor Neueröffnung

Die Chamer Hütte vor Neueröffnung

Quelle: Text: Kötztinger Zeitung (Straubinger Tagblatt) / Foto: Ch. Hartl





Skiclub Bodenmais plant, Schutzhaus am kleinen Arber wieder zu beleben

Bodenmais/Arber. (pes) Jahrelang stand sie leer und schlummerte in einem tiefen Dornröschenschlaf. Und das obwohl der Fernwanderweg "Goldsteig", die Tourenabfahrt vom Arber nach Bodenmais und die Loipe vom Bretterschachten unmittelbar an ihr vorbeiführen. Zahllose Wanderer und Skiläufer standen schon vor der Hütte, hätten sich gewünscht, dort übernachten, einkehren oder wenigstens die Toilette benutzen zu können, doch die Tür war verschlossen. Nun aber steht die Chamer Hütte am kleinen Arber, auf 1 289 Metern Meereshöhe nur etwa 150 Höhenmeter unterhalb des Arbergipfels gelegen, vor ihrer Neueröffnung. Der Skiclub Bodenmais mit seinem Vorsitzenden Hans Wenzl plant, die Hütte am 20. Dezember pünktlich zum Start in die Weihnachts-Skisaison wieder zu eröffnen.
Den besten Blick auf das Haus hat man, wenn man vom Arbergipfel Richtung Kaitersberg schaut. 1952 wurde die Hütte von der Waldvereinssektion Cham errichtet, danach wurde sie einige Jahre als Gaststätte betrieben, ehe sie 1956 vom Deutschen Jugendherbergswerk übernommen und in den Folgejahren immer wieder ausgebaut wurde.
Durch die Gebietsreform 1972 kam die Hütte, die ursprünglich auf dem Gebiet des damaligen Landkreises Kötzting und damit in der Oberpfalz lag, zum Landkreis Regen und damit nach Niederbayern. Eine nachvollziehbare Entscheidung, denn erreichbar war das Haus immer schon nur von der Bodenmaiser Seite aus, also vom Landkreis Regen. Seit dem 1. August 2000 stand es nun zuletzt leer.
Das Gebäude gehört immer noch dem Deutschen Jugendherbergswerk und der Grund, auf dem es steht, den Bayerischen Staatsforsten. Inzwischen hat der Verein mit dem Jugendherbergswerk, das seinen Sitz in München hat, einen Überlassungsvertrag unterschrieben, dem auch die Staatsforsten ihre Zustimmung erteilt haben. MdL Helmut Brunner, inzwischen zum Landwirtschaftsminister aufgestiegen, und Landrat Heinz Wölfl haben dem Verein maßgeblich bei seinen Bemühungen um eine Nutzung der Hütte geholfen und ihren Beitrag geleistet, dass die Chamer Hütte vor einer Neubelebung steht.
Seit rund einem Jahr ist der SC Bodenmais mittlerweile an der Hütte dran. Die Vertragsverhandlungen mussten geführt werden und daneben wurden auch bereits etliche Renovierungsarbeiten an der Hütte durch die freiwilligen Helfer des Vereins vorgenommen. Inzwischen sind die Arbeiten kurz vor dem Abschluss. Und alle notwendigen Voraussetzungen waren laut Hans Wenzl ständig vorhanden. "Es gibt Zentralheizung, Duschen, WC, Wasser und Stromanschluss", sagt er zufrieden.
Als Jugendherberge war das Haus auf 70 bis 80 Betten ausgelegt. So viele sollen es künftig nicht sein, aber Übernachtungsmöglichkeiten will der Verein schon auf der Hütte schaffen. "Sie soll Schutzhaus-Charakter bekommen, etwa wie die Hütten am Osser und Falkenstein", sagt Hans Wenzl, "wie es sich die Skifahrer und Bergwanderer wünschen." Auch eine Nutzung als Bergwachtstützpunkt ist vorgesehen. Und natürlich wird die Hütte auch bewirtschaftet werden. Die Skifahrer und Wanderer sollen Kleinigkeiten zum Essen und Getränke bekommen können.
Zumindest vorerst wird der Verein die Hütte nach der Neueröffnung selbst bewirtschaften. Ob später ein Betreiber gesucht wird, hängt wohl auch davon ab, wie das Angebot angenommen wird. Hans Wenzl jedenfalls ist zuversichtlich, dass die Hütte guten Zuspruch finden wird. "So etwas fehlt auf alle Fälle und wird von den Wintersportlern und Wanderern, Einheimischen und Feriengästen, gewünscht."

 


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