Große Bergfilmnacht im Bayerischen Fernsehen

Die große Berg(film)nacht am Samstag, den 10. Mai 2008 ab 20.15 Uhr


Fünf Abenteuer aus der Welt der Berge und Geschichten um die Leidenschaft, auch die höchsten und gefährlichsten Gipfel zu besteigen, werden in der „Berg(film)nacht“ erzählt.
Die Sendezeiten und Titel im Überblick (ganz unten finden Sie weitere Erläuterungen).

20.15 Uhr       Zum Dritten Pol Film von Andreas Nickel und Jürgen Czwienk (2007)
21.45 Uhr       K 2 – Das letzte Abenteuer (K 2) 
                     Spielfilm, GB 1991  /  Regie: Franc Roddam  /  Mit Michael Biehn, Matt Craven, Raymond J. Barry u. a.
23.30 Uhr       Der Everestbezwinger und die Sherpas 
                     Die große Lebensleistung von Sir Edmund Hillary  /  Film von Michael Dillon (2001) 
                                
  0.00 Uhr       Flucht in die Dolomiten 
                     Spielfilm, D 1955  /  Regie: Luis Trenker  /  Mit Marianne Hold, Umberto Sacripanti, Luis Trenker, Robert  Freitag u. a.
1.20 Uhr       Der Berg ruft 
                   Spielfilm, D 1938  /  Regie: Luis Trenker  /  Mit Luis Trenker, Heidemarie Hatheyer, Herbert Dirmoser u. a.

Zum selben Thema zeigt das Bayerische Fernsehen an Pfingsten weitere Filme:

am Pfingstsonntag, den 11.05.2008

19:00 Uhr       Unter unserem Himmel: Auf die Almen -  Über die Tauern (Teil 1) 
                      Ein Film von Josef Schwellensattl 
Auf einem langen Fußmarsch über die Jöcher der Hohen Tauern besucht Josef Schwellensattl Südtiroler Bauern auf ihren Almen jenseits der italienisch-österreichischen Grenze im Zillertal und im Pinzgau.

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts besitzen Ahrntaler Bauern Almen im Zillergrund und im Krimmler Achental. Seither nehmen sie den beschwerlichen Weg auf sich und ziehen im Frühjahr und im Herbst mit ihren Tieren über die noch oder bereits wieder verschneiten Hohen Tauern.


23.30 Uhr       Mount Everest – Der Friedhof meiner Freunde 
                     Dokumentarfilm, D 2007  /  Regie: Viktor Grandits und Jessica Krauß

 
0.45 Uhr      Von der Liebe besiegt 
                    Spielfilm, D 1956  /  Regie: Luis Trenker   /  Mit Marianne Hold, Wolfgang Preiss, Fritz Tillmann, Luis Trenker u .a.

am
Pfingstmontag, den 12.05.2008

19.00 Uhr       Unter unserem Himmel: Auf die Almen  - In Süd- und Osttirol (Teil 2)
Ein Film von Josef Schwellensattl

Im zweiten Teil seiner Wanderung über die Jöcher führt uns der Autor Josef Schwellensattl von Südtirol nach Osttirol. Von Hl. Geist im Ahrntal geht’s über die Bruggeralm nach Rain und von dort über die Grenze nach Österreich. Das Grenzjoch ist das Klamml und es führt auf die Jagdhausalm im Defreggental. Die Jagdhausalm vermittelt mit ihren sechzehn steingemauerten Kashütten und den baumlosen Bergflanken einen Hauch von Tibet.  Über die Seebachalm und die Stalleralm kehrt der Autor wieder auf Südtiroler Gebiet  zurück und begibt sich danach noch ins Villgratental und damit wieder auf Oosttiroler Gebiet.

Detailinformationen zur großen Berg(film)nacht am Samstagabend

20.15 Uhr       Zum Dritten Pol
        Film von Andreas Nickel und Jürgen Czwienk (2007)

Zum 90. Geburtstag des Himalaya-Bergsteigers, Expditionsleiters und Filmemachers Professor Norman G. Dyhrenfurth der preisgekrönte Dokumentarfilm „zum Dritten Pol“.

Nachdem zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Wettrennen zum Nord- und Südpol entschieden waren, rückte die verbliebene unbezwungene Eisregion der Erde, das Gebiet der Achttausender des Himalaya in den Mittelpunkt: der Dritte Pol.

In diesem Dokumentarfilm wird die faszinierende Geschichte zweier Himalaya-Pioniere, Vater und Sohn Dyhrenfurth erzählt. Diese ungewöhnliche Familientradition der Dyhrenfurths als Himalaya-Pioniere und Filmemacher beginnt Ende der 20er-Jahre des vorigen Jahrhunderts, als erstmals deutsche Bergsteiger im Wettlauf um die Erstbesteigung eines Achttausender-Gipfels in den Himalaya reisen.

Geschildert wird das wechselvolle Leben von Prof. Dr. Günter Dyhrenfurth und seiner Frau Hettie: Professur in Breslau, Auswanderung der Familie in die Schweiz, Niederlegung der Professur nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, Austritt aus dem gleichgeschalteten Deutschen und Österreichischen Alpenverein, Verlust des Vermögens, und trotzdem zwei Expeditionen (1930: Kangchendzönga; 1934: Hidden Peak), die zu den bedeutendsten der frühen Himalaya-Erkundungen gehören. Im Rahmen der Olympischen Spiele von Berlin werden 1936 Professor Dr. Günter Oskar Dyhrenfurth und seine Frau Hettie - sehr zum Ärger der nationalsozialistischen Machthaber - mit dem „Prix d’Alpinism“, der Goldmedaille für Alpinismus geehrt. Günter Oskar Dyhrenfurth wagt sich zur Medaillenverleihung nach Berlin. Seine Frau Hettie, aus einer wohlhabenden jüdischen Familie stammend, bleibt in der Schweiz und wandert schließlich 1937 mit den drei Kindern in die Vereinigten Staaten von Amerika aus. Sie wird ihren Mann niemals wiedersehen.

Ihrem jüngsten Sohn, Norman, gelingt eine großartige Karriere, die ihn bis zum Professor und, erst 33-jährig, zum Leiter der Filmfakultät der University of California in Los Angeles führt. Wendepunkt seines Lebens ist seine Teilnahme als Expeditionsfilmer an der Schweizerischen Everest-Expedition 1952, die der britischen Erstbesteigung im darauf folgenden Jahr den Weg bereitet. Er bringt sensationelle, nie gesehene Bilder von der Bergwelt des Himalaya mit nach Hause.

Norman Dyhrenfurth hängt die Professur an den Nagel und widmet sich fortan seiner großen Passion des Expeditionsbergsteigens. Damit tritt er in die Fußstapfen seiner Eltern und nimmt zwischen 1952 und 1986 an sieben großen Himalaya-Expeditionen teil. Dabei entstehen Filme, wie sie nie zuvor auf einer Leinwand zu sehen waren. Den Höhepunkt seiner Karriere als Leiter von Himalaya-Expeditionen erreicht Norman Dyhrenfurth 1963: Erste Everest-Besteigung durch die Amerikaner, noch dazu auf einer neuen Route – über das Hornbein-Couloir. Gleichzeitig gelingt dabei die erste Überschreitung eines Achtausenders, die ersten Filmaufnahmen vom Gipfel des Mount Everest werden gedreht, die Expedition wird ein grandioser Triumph.

Professor Norman Dyhrenfurth lebt heute, 90-jährig, in Salzburg.

Neben atemberaubenden Kletterszenen, die in historischen Kostümen an Originalschauplätzen wie dem höchsten Berg der Alpen, dem Mont Blanc (4 810 Meter), und am Piz Palü (3 901 Meter) im Engadin gedreht wurden, machen vor allem Filmausschnitte aus dem umfangreichen Dyhrenfurth-Archiv diese Dokumentation zu einem Erlebnis. Die Filme von den Dyhrenfurth-Expeditionen in den 30er-Jahren, die lange Jahre verschollen waren, wurden restauriert und digitalisiert.

21.45 Uhr       K 2 – Das letzte Abenteuer
                Spielfilm, GB 1991  /           Regie: Franc Roddam

Taylor, ein karrieresüchtiger Rechtsanwalt und Draufgänger in allen Lebenslagen, und der stille Physiker Harold, der sich viel zu wenig um seine Frau Cindy und seinen kleinen Sohn kümmert, teilen eine Leidenschaft: Berggipfel „erobern“. Nach vielen gemeinsamen Bergtouren sind Taylor und Harold fast unzertrennliche Freunde geworden. Durch einen tragischen Unfall zweier Bergführer kommen die beiden ihrem Traumziel ganz nahe: Einmal auf dem Gipfel des 8 600 Meter hohen K 2 in Pakistan stehen, dem zweithöchsten Berg der Welt. Der Multimillionär Claiborne und seine Freundin Jacki starten die kostspielige Expedition in das ganz große Abenteuer. Doch von Anfang an wird das Unternehmen von Problemen überschattet: Erst lassen die pakistanischen Träger die Gruppe im Stich, und auf dem Weg zum Gipfel erkrankt der Initiator Claiborne so schwer, dass er in das Basislager zurückkehren muss. Er erlaubt dennoch, dass zwei der Bergsteiger bis zur Spitze vordringen dürfen. Doch wer soll gehen? Denn Harold und Taylor sind nicht die Einzigen, die den K 2 bezwingen wollen. Da gibt es noch den Expeditionsführer Dallas und den Japaner Takane. Schnell wird die Freundschaft zwischen Taylor und Harold auf die Probe gestellt, als entschieden werden muss, wer von ihnen mit auf den Gipfel darf. Da ahnen sie noch nicht, wie sehr sich ihre angeknackste Freundschaft später bewähren muss, wenn es um das nackte Überleben geht.

Mit „K 2 – Das letzte Abenteuer“ hat der vielseitige Regisseur Franc Roddam („Quadrophenia“, „Die Braut“, „Aria“) einen spannungsgeladenen Bergsteigerfilm mit spektakulären Actionszenen geschaffen, der daneben aber auch – und das zeichnet den Film aus –  die menschlichen Konflikte bei solch einer Unternehmung thematisiert: Nur wenige Menschen haben Verständnis dafür, wenn Lebenspartner oder gute Freunde ihr Leben mutwillig und ohne Notwendigkeit aufs Spiel setzen – und dies immer wieder aufs Neue.

23.30 Uhr       Der Everestbezwinger und die Sherpas
        Die große Lebensleistung von
Sir Edmund Hillary
        Film von Michael Dillon (2001)

„Solange ich einen Fuß vor den anderen setzen kann, wird Sherpa Hillary weiter auf diesen Bergpfaden unterwegs sein“ – mit diesen Worten beendete Edmund Hillary viele seiner Ansprachen, für die er jahrzehntelang durch die ganze Welt reiste und bei denen er seine Zuhörer um finanzielle Unterstützung für seine großen Hilfsprojekte bat. Mag der am 11. Januar 2008 verstorbene Neuseeländer in die Geschichtsbücher auch durch seine Pionierleistung am höchsten Berg der Welt eingegangen sein, so hat er sich die Herzen der Menschen im Himalaya und ganz besonders der Sherpas durch sein humanitäres und soziales Engagement erobert.

Wann immer Hillary nach Nepal reiste, begrüßten ihn die Kinder in den Tälern zu Füßen des Mount Everest mit dem Edmund-Hillary-Lied. Unermüdlich war sein Einsatz beim Bau von Schulen, Krankenhäusern, Wasserleitungen, Landepisten und anderen Dingen, die den Menschen in der Region das Leben erleichterten. Der australische Produzent Michael Dillon hat die damals 80-jährige Bergsteigerlegende auf einer der Reisen ins Solu Khumbu begleitet.

0.00 Uhr        Flucht in die Dolomiten
        Spielfilm, D 1955   /    Regie: Luis Trenker

Als der Bootsbauer Giovanni des Mordes an seinem Bruder verdächtigt wird, lässt er seine Frau Teresa und die Kinder im Stich und flüchtet in die Berge. Unter falschem Namen, als Arbeiter in einem Stauwerk, erlebt er eine späte Romanze mit der jungen Graziella. Erst eine Katastrophe am Berg macht ihm klar, dass er sein Leben von Grund auf in Ordnung bringen muss.

„Flucht in die Dolomiten“, in seiner sozialkritischen Komponente weit über das Genre des Heimatfilms hinausgehend, erzählt nicht nur von Liebe, Hass und Eifersucht, sondern auch vom Einbruch der Technik in eine trügerische Idylle.

Der legendäre „Bergfex“ Luis Trenker (1892 – 1990), Bergsteiger und Bergfilmer, Regisseur, Schauspieler, (Drehbuch-)Autor, Fernsehstar und begnadeter Anekdotenerzähler, fungierte in dem dramatischen Heimatfilm „Flucht in die Dolomiten“ nicht nur als Hauptdarsteller, sondern auch als Regisseur und Koautor von Giorgio Bassani und dem späteren Meisterregisseur Pier Paolo Pasolini (1922 – 1975).

Die weibliche Hauptrolle spielt eine persönliche Entdeckung von Luis Trenker: Marianne Hold (1929 –1994). Er hatte sie 1950 für sein „Duell in den Bergen“ aus Italien weggelockt. Die gebürtige Ostpreußin wurde zur idealen Protagonistin des deutschen Heimatfilms.

1.20 Uhr        Der Berg ruft
        Spielfilm, D 1938   /           Regie: Luis Trenker

1865: Das 4 477 Meter hohe Matterhorn hat bislang jedem Eroberungsversuch widerstanden. Doch jetzt entbrennt erneut ein Kampf um den Gipfel zwischen dem Bergführer Antonio Carrel aus Cervinia (Breuil), der auf der Südseite des Berges lebt, und dem ehrgeizigen englischen Bergsteiger Edward Whymper. Carrel möchte den Berg zum Ruhm seines Heimatdorfes erobern. Aber auch der Engländer und natürlich die Schweizer wollen den Gipfel erreichen, und so beginnt der Wettkampf um den magischen Berg. Der kurz zuvor gegründete Italienische Alpenverein organisiert eine Expedition unter Carrels Führung. Den Gipfelsieg trägt zwar mit knappem Vorsprung Whymper davon, aber beim Abstieg seiner Seilschaft ereignet sich eine Katastrophe. Vier seiner Begleiter stürzen ab. Whymper wird vor Gericht gestellt – er soll das Seil gekappt haben, um sich selbst zu retten. Ausgerechnet Carrel will die Unschuld seines Konkurrenten beweisen: Er besteigt nochmals das Matterhorn, um das Seil zu finden.

Trenker war für diesen perfekt gemachten, ebenso dramatischen wie authentischen Bergfilm als Produzent, Regisseur, Koautor und Darsteller des Carrel verantwortlich. „Von Anfang an stand für mich fest, dass ich nicht Whymper, sondern Carrel darstellen würde, denn dieser Carrel war ein Stück von mir selbst, am Fuß des Berges geboren, der sein Leben bestimmte“ (Luis Trenker).

Mit „Der Berg ruft“ hat Luis Trenker einen exemplarischen Bergfilm geschaffen, den Christian Rapp zu den acht wichtigsten Genrebeispielen zählt: neben den drei Arnold-Fanck-Filmen „Der heilige Berg“ (1925), „Die weiße Hölle von Piz Palü“ (1929), und „Stürme über dem Montblanc“ (1930), dem Leni-Riefenstahl-Werk „Das blaue Licht“ und zwei weiteren Trenker-Arbeiten – „Der Rebell“ (1932) und „Der verlorene Sohn“ (1934).

 


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