Gigantischer Felssturz in den Sextener Dolomiten


Gigantischer Felssturz in den Sextener Dolomiten

Quelle: Text und Fotos dpa, nz und n24

Gigantische Steinlawine in den Dolomiten

Eine enorme Steinlawine hat am Freitag in den italienischen Dolomiten Angst und Schrecken verbreitet: Die Geröllmassen lösten sich am Morgen aus fast 2600 Metern Höhe vom Gipfel des Einser im Hochpustertal und stürzten Richtung Tal. Angaben des Zivilschutzes aus Bozen zufolge soll es keine Toten oder Verletzten gegeben haben. Jedoch werde es lange dauern, um endgültige Gewissheit über den Ausgang des Bergrutsches zu haben, sagten Carabinieri. Es hielten sich derzeit viele Touristen in der Region auf, hieß es.

Rettungsmannschaften waren mit Hubschraubern und Spürhunden im Einsatz. Jedoch gestaltete sich die Suche in den 60.000 Kubikmetern abgerutschten Felsmassen als schwierig, weil diese riesige Mengen Staub aufgewirbelt hatten. "Man sieht überhaupt nichts mehr", sagte ein Augenzeuge. Zwei deutsche Touristen erklärten: "Die Szene glich dem Einsturz der Twin Towers in New York."

Keine Seltenheit
Zwar sei die Lawine besonders groß gewesen, jedoch seien derartige Erdrutsche in den Dolomiten keine Seltenheit, sagte ein Geologe. Ausgelöst wurde sie wahrscheinlich durch eingesickertes Wasser, das gefror und den Felsen von innen sprengte. In den vergangenen Tagen habe es starke Temperaturschwankungen in dem Gebiet gegeben, berichteten Medien.

Der 2698 Meter hohe Einser liegt im Fischleintal in Südtirol und gehört zusammen mit Neuner, Zehner, Elferkofel und Zwölferkofel zur sogenannten Sextener Sonnenuhr. (dpa, N24.de)



Riesige Steinlawine in den Dolomiten

Eine enorme Steinlawine hat sich am Freitag von einem Berg in den Dolomiten gelöst. Nach Angaben des Zivilschutzes in Bozen wurde dabei niemand verletzt.

Ein etwa hundert Meter hoher und 30 Meter Berggrat sei am Morgen abgebrochen, berichteten italienische Medien. Etwa 60.000 Kubikmeter Geröll sei aus fast 2600 Metern Höhe vom Gipfel des Einser im Hochpustertal auf einen Parkplatz gestürzt. Laut einem Vertreter des Zivilschutzes löste sich die Lawine allerdings weit entfernt von Wanderwegen, so dass keine Toten oder Verletzten zu befürchten seien. Gegend bei Touristen beliebt.

"Das ganze Tal ist voller Staub, man sieht überhaupt nichts mehr", sagte ein Augenzeuge. Gegen 9 Uhr seien erste Geröllmassen abgegangen. Danach sei der Berg nicht mehr zur Ruhe gekommen. Der Erdrutsch ereignete sich im Fiscalina-Tal nahe dem beliebten Touristenort Sesto Pusteria. In der Gegend hat auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bereits Urlaub gemacht. Der 2698 Meter hohe Einser liegt im Fischleintal in Südtirol und gehört zusammen mit Neuner, Zehner, Elferkofel und Zwölferkofel zur sogenannten Sextener Sonnenuhr.

Lawinen sind in den Dolomiten keine Seltenheit. Im vergangenen Sommer waren etwa 100.000 Kubikmeter Gestein von einem anderen Berg abgebrochen. Menschen kamen auch damals nicht zu Schaden. (nz/dpa)



Klimawandel mögliche Ursache für Riesenlawine

Der Bergsteiger Reinhold Messner sieht den weltweiten Klimawandel als Ursache für die gigantische Steinlawine, die sich am Freitag von einem Berg in den italienischen Dolomiten gelöst hatte. "Der Bergrutsch im Fischleintal ist zumindest teilweise vom Klimawandel ausgelöst worden", zitierte die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Samstag den 63-jährigen Südtiroler. "Künftig wird es noch viel größere Steinlawinen geben, als die von gestern", fügte er hinzu. Vom Gipfel des Einser im Hochpustertal hatten sich rund 60.000 Kubikmeter Geröllmassen gelöst und waren aus fast 2600 Metern Höhe ins Tal gestürzt. Tote oder Verletzte gab es bei dem Naturspektakel nicht. Grund für die Lawinen ist laut Messner die Erderwärmung: "Bisher waren die Permafrostareale in hohen Lagen wie eine Art Klebstoff für die Felsen, aber jetzt ziehen sie sich zurück", erklärte Messner.

Entwicklung laut Messner irreversibel In den Alpen kommt Permafrost - dabei ist der Boden permanent durchgefroren - in Höhenlagen oberhalb von etwa 2300 Metern vor. Permafrostböden können im Sommer oberflächlich auftauen, jedoch bleiben die tieferen Schichten normalerweise stets gefroren. "Die Berge brechen durch die Erderwärmung auseinander, und die Lage ist viel schlimmer, als bisher bekannt war", sagte der Abenteurer, der als erster Mensch alle vierzehn Achttausender der Erde bestiegen hat. Messner schaut dabei pessimistisch in die Zukunft: "Der Prozess ist nicht mehr aufzuhalten. Auch wenn die Menschheit ab sofort eine völlige Kehrtwendung machen würde, würden sich erst in späteren Generationen positive Veränderungen zeigen." (dpa)


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